Es gibt Momente in der Gaming-Geschichte, die man einfach nicht vergisst. Bleem! war so ein Moment. 1999 erschien der erste kommerzielle PlayStation-Emulator für Windows und Sega Dreamcast und löste damit einen der seltsamsten Rechtsstreite der Branche aus.

Was war bleem! überhaupt?
bleem! war ein kommerzieller PlayStation-1-Emulator, entwickelt von Randy Linden und dem kleinen Team der Bleem! Company. Das Programm erschien 1999 zunächst für Windows-PCs und ermöglichte das Spielen echter PS1-Discs auf dem heimischen Rechner. Kurz darauf folgte eine Version für den Sega Dreamcast unter dem Namen bleemcast!
Sega war begeistert, Sony wollte klagen
Was heute kaum jemand weiß: Sega selbst war von bleem! begeistert. Die Idee, PS1-Spiele auf dem Dreamcast zu spielen, war aus Segas Sicht eine fantastische Waffe gegen Sony. Sony hingegen sah das ganz anders. Der Konzern verklagte Bleem! auf mehrfacher Basis, unter anderem wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen durch Screenshots in der Werbung.
Bleem! gewann alle wesentlichen Klagen. Ein US-Gericht bestätigte, dass Emulatoren legal sind, wenn keine urheberrechtlich geschützten BIOS-Dateien kopiert werden. Das war ein Meilenstein für die gesamte Emulations-Szene.
bleemcast! und das Ende
Die Dreamcast-Version bleemcast! war technisch beeindruckend. Sie verbesserte sogar die Grafik gegenüber dem Original, durch höhere Auflösungen und Anti-Aliasing. Doch die juristischen Kämpfe kosteten Geld, das die kleine Firma nicht hatte. Ende 2001 meldete Bleem! Insolvenz an, just als Sega den Dreamcast einstellte.
Das Erbe von bleem!
Bleem! legte den rechtlichen Grundstein für alle modernen Emulatoren. Ohne diesen Rechtsstreit gäbe es heute vielleicht kein RetroArch, kein PCSX2 und keine DuckStation. Die kleine Company mit einem riesigen Mut veränderte die Gaming-Welt dauerhaft.
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